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eAU-Versand-
Fehler

Ein eAU-Versand-Fehler ist nicht automatisch ein KIM-Problem. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) durchläuft in der Zahnarztpraxis drei Schritte: Sie wird im Praxisverwaltungssystem (PVS) erstellt, mit dem elektronischen Heilberufsausweis signiert und dann über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) an die Krankenkasse gesendet. Wird die eAU nicht versendet, kommt es darauf an, an welcher Stelle der Vorgang hängt. Hier lesen Sie, wie Sie den Abbruchpunkt am Status ablesen, ohne dieselbe eAU doppelt zu senden, und wann PVS-Hersteller, KIM-Anbieter oder IT-Betreuung übernehmen.

Schema: eAU wird im PVS erstellt und signiert, der KIM-Versand zur Krankenkasse ist unterbrochen

An welcher Stelle scheitert die eAU?

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) beschreibt den Weg einer eAU in klaren Stationen. Jede Station hat eigene Voraussetzungen und damit eigene Fehlerquellen:

  1. Erstellen im PVS Die Zahnärztin oder der Zahnarzt stellt die Arbeitsunfähigkeit fest. Die Angaben werden im PVS erfasst, die Diagnose als ICD-10-Code. Das PVS erzeugt daraus die eAU.
  2. Signieren Vor dem Versand wird die eAU mit dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) qualifiziert elektronisch signiert (QES), einzeln oder als Stapel. Ist die QES aus Gründen, die nicht in Ihrer Verantwortung liegen, nicht möglich, nennt die KZBV die Signatur mit dem Praxisausweis (SMC-B) als Alternative.
  3. Versenden über KIM Die eAU-Daten gehen über KIM, den E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur (TI), an die Krankenkasse. Die KIM-Adresse der Kasse ermittelt das PVS laut KZBV automatisch.
  4. Zustellbestätigung Die Krankenkasse bestätigt die Zustellung laut KZBV automatisch. Erst diese Bestätigung zeigt, dass die eAU angekommen ist.

Daraus ergeben sich vier typische Fehlerbilder:

  • Erstellung unvollständig: Die eAU existiert noch gar nicht oder nur als Entwurf. Das ist kein KIM-Ausfall.
  • Signatur scheitert: Die eAU ist erstellt, aber nicht signiert. Untersucht wird der Signaturweg mit Heilberufsausweis, Kartenterminal und gegebenenfalls Komfortsignatur.
  • Signiert, Versand scheitert: Die eAU ist fertig signiert, geht aber nicht hinaus. Jetzt ist die KIM-Anbindung zu prüfen.
  • Status unklar: Niemand weiß sicher, ob die eAU schon gesendet wurde. Dann wird der vorhandene Vorgang geprüft, nicht erneut gesendet.

Erstellung, Signatur und Versand trennen

Wie die einzelnen Schritte im PVS aussehen, hängt vom Hersteller ab. Als Beispiel dient hier DS-WIN von Dampsoft, weil der Hersteller den Ablauf in seinem Handbuch „Programmbedienung e-health“ ausführlich beschreibt. In anderen Praxisprogrammen heißen Schaltflächen und Statusanzeigen anders. Die Trennung der drei Schritte bleibt aber gleich.

  • Erstellung

    In DS-WIN wird die eAU im Formular „AU-Bescheinigung“ erzeugt. Einen manuell eingegebenen ICD-10-Code prüft das Programm auf Plausibilität und zeigt bei einer Fehleingabe einen Hinweis. Nach erfolgreicher Erstellung wird aus der Schaltfläche „eAU erzeugen“ die Schaltfläche „eAU Verwaltung“. Fehlt dieser Wechsel, ist die eAU noch nicht erstellt.

  • Signatur

    Signiert wird in der e-health-Verwaltung („Kommunikation/e-health/e-health-Verwaltung“) mit dem eHBA, bei mehreren Datensätzen auch als Stapelsignatur. Nach der Signatur passt sich der Dokumentenstatus an. Scheitert die Signatur, liegt das Problem vor dem KIM-Versand.

  • Versand

    Gesendet wird ebenfalls in der e-health-Verwaltung. Dampsoft nennt eine vorherige Signatur als Voraussetzung. Die Empfängeradresse ermittelt DS-WIN anhand der Krankenkassennummer. Bei Versicherten eines sonstigen Kostenträgers ohne Versicherten-ID ist der eAU-Versand laut Dampsoft nicht vorgesehen; die Schaltfläche ist dann deaktiviert und ein Tooltip erklärt den Grund.

Achtung bei automatischen Abläufen: DS-WIN bietet ein „Beschleunigtes Einstellverfahren“, bei dem die eAU beim Erzeugen sofort signiert und direkt im Anschluss gesendet wird. Eine Meldung erscheint dann scheinbar „beim Erstellen“, kann aber aus der Signatur oder dem Versand stammen. Lesen Sie deshalb den Status in der e-health-Verwaltung ab, statt aus dem Zeitpunkt der Meldung auf die Ursache zu schließen.

Bei Signaturproblemen: keine PIN-Versuche

Wird die Signatur-PIN abgefragt und schlägt die Signatur fehl, probieren Sie keine weiteren PINs aus. Wiederholte Fehleingaben können den Heilberufsausweis sperren. Notieren Sie stattdessen die Meldung und welche Karte in welchem Kartenterminal steckt. Damit nicht für jede eAU der Ausweis gesteckt und die PIN eingegeben werden muss, weist die KZBV auf die Komfortsignatur hin. Ist sie eingerichtet und funktioniert nicht, ist das ein eigenes Fehlerbild des Signaturwegs.

Beobachtung Mögliche Einordnung Sicherer nächster Schritt Zuständig
eAU erscheint nicht in der Verwaltung, Hinweis zum ICD-10-CodeErstellung unvollständig, kein KIM-FehlerAngaben im Formular vervollständigen bzw. korrigieren lassenPraxisteam / Behandler
eAU erstellt, Status bleibt „zu signieren“, Signatur bricht abSignaturweg: eHBA, Kartenterminal oder KomfortsignaturMeldung notieren, keine PIN-Versuche, Karte und Terminal benennenIT-Betreuung / PVS-Hersteller
eAU signiert, Versand meldet einen FehlerKIM-Anbindung, KIM-Fachdienst oder TI-VerbindungPrüfen, ob andere KIM-Nachrichten hinausgehen; TI-Status ansehenKIM-Anbieter / IT-Betreuung
Senden-Schaltfläche deaktiviert, Tooltip zum KostenträgereAU-Versand für diesen Kostenträger nicht vorgesehen (DS-WIN)Tooltip lesen, Vorgehen mit PVS-Hersteller oder KZV klärenPraxisteam, dann PVS-Hersteller
eAU gesendet, aber keine ZustellbestätigungStatus unklar, Zustellung nicht bestätigtVorgang prüfen, nicht neu senden; Support mit Statusangaben informierenPVS-Hersteller / KIM-Anbieter

Funktionieren andere KIM-Nachrichten?

Ist die eAU signiert und scheitert erst der Versand, hilft eine einfache Gegenprobe: Gehen andere KIM-Vorgänge aus der Praxis hinaus, zum Beispiel EBZ-Anträge (elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren Zahnärzte) oder normale KIM-Nachrichten? Die KZBV nennt beide neben der eAU als typische KIM-Anwendungen der Zahnarztpraxis. Dampsoft setzt für die eAU einen funktionsfähigen KIM-Dienst und die eingerichtete KIM-Schnittstelle voraus.

  • Auch andere KIM-Nachrichten gehen nicht hinaus

    Dann ist KIM selbst oder die TI-Anbindung gestört, nicht die eAU. Die weitere Eingrenzung beschreibt unser Artikel Dampsoft KIM funktioniert nicht. Fehlt die Verbindung zur TI insgesamt, hilft der Beitrag TI-Verbindung nicht möglich.

  • Andere KIM-Nachrichten funktionieren, nur die eAU nicht

    Dann ist die KIM-Strecke grundsätzlich intakt. Der Fehler liegt eher in der eAU-Verarbeitung im PVS, etwa beim Datensatz, beim Kostenträger oder beim Signaturstatus. Erster Ansprechpartner ist der PVS-Hersteller.

  • Versand klappt, aber Zustellbestätigungen fehlen

    Laut Dampsoft kann DS-WIN ohne gültige hinterlegte SMC-B keine Zustellbestätigungen, Genehmigungen und KIM-Mails empfangen. Das ist ein Empfangsproblem und gehört zur Prüfung des Postfacheingangs, nicht zu einem erneuten Versand.

Zur Gegenprobe bietet DS-WIN in den KIM-Einstellungen eine Testnachricht an das eigene KIM-Konto an. Dabei prüft das Programm laut Handbuch auch, ob die Telematik-ID der KIM-Adresse zur Karte passt. Lassen Sie diesen Test von der zuständigen Person ausführen und ändern Sie dabei keine Kontodaten. Ob eine bekannte Störung der TI vorliegt, zeigt der TI-Status im Fachportal der gematik. Dort kündigt die gematik derzeit auch weitere Schritte der RSA-Abschaltung im Oktober 2026 an, die unter anderem Zertifikate des KIM-Fachdienstes betreffen. Ob Ihre Praxis davon betroffen ist, klären KIM-Anbieter und IT-Betreuung.

Bei technischen Fragen sind laut KZBV der Praxissoftware-Hersteller oder der KIM-Anbieter die ersten Ansprechpartner. Grundlagen zum Dienst finden Sie in unserem Beitrag KIM in der Zahnarztpraxis.

Statusangaben für den Support erfassen

Der Status in der Praxissoftware ist die wichtigste Information für jede weitere Klärung. In DS-WIN zeigt die e-health-Verwaltung den Stand jeder eAU mit Symbolen an. Laut Handbuch gibt es unter anderem diese Zustände:

  • erstellt bzw. gedruckt
  • erfolgreich signiert
  • erfolgreich versendet (Papierflieger-Symbol)
  • Fehler während des Versands (Papierflieger-Symbol rot, dazu eine Meldung im Dialog)
  • Zustellung an das KIM-Postfach der Kasse bestätigt; DS-WIN fordert laut Dampsoft immer eine Zustellbestätigung an
  • zur versendeten eAU oder Storno-Nachricht ist nach 24 Stunden keine Zustellbestätigung eingegangen

Über den Statusfilter „zu signieren“ bzw. „zu versenden“ finden Sie offene Vorgänge schnell. Rückmeldungen der Krankenkasse ordnet DS-WIN der eAU automatisch zu und kennzeichnet sie im Status. Wichtig ist der Unterschied zwischen „versendet“ und „zugestellt“: Eine versendete eAU ohne Zustellbestätigung ist nicht automatisch verloren, aber auch noch nicht bestätigt.

Halten Sie für den Support diese Angaben bereit:

  • Name und Version der Praxissoftware
  • Status der betroffenen eAU, am besten als Foto vom Bildschirm ohne sichtbare Patientendaten
  • Genauer Wortlaut der Meldung und bei welchem Schritt sie erschien: Erstellen, Signieren oder Senden
  • Ob die Signatur mit eHBA, Komfortsignatur oder SMC-B erfolgen sollte
  • Ob andere KIM-Nachrichten oder EBZ-Anträge heute hinausgehen
  • Betroffene Arbeitsplätze, Datum und Uhrzeit des ersten Auftretens
  • Ob ein automatischer Sendeversuch eingestellt ist oder schon jemand manuell erneut gesendet hat

Senden Sie keine Patientendaten, PINs, Passwörter oder Zugangsdaten per E-Mail oder über Kontaktformulare.

Technische Klärung und formales Ersatzverfahren unterscheiden

Zwei Fragen sollten Sie getrennt behandeln: Wie wird die Technik wieder in Gang gebracht? Und was geschieht mit der Bescheinigung der Patientin oder des Patienten, solange die Technik nicht läuft? Die erste Frage klären PVS-Hersteller, KIM-Anbieter und IT-Betreuung. Die zweite ist eine formale Frage, für die die KZBV eine eigene Darstellung veröffentlicht.

Was die KZBV für Störungen beschreibt

In ihren FAQ zur eAU schreibt die KZBV: Ist die Übermittlung aus technischen Gründen nicht möglich, speichert das PVS die Daten und versendet sie, sobald es wieder geht. Für den Fall, dass die Störung schon besteht, solange die versicherte Person in der Praxis ist, und für den Fall, dass sie erst danach auftritt und nicht rechtzeitig behoben wird, beschreibt die KZBV jeweils ein eigenes Vorgehen mit einer Papier-Ausfertigung für die Krankenkasse. Lesen Sie die aktuelle Fassung dort nach und klären Sie Zweifelsfälle mit Ihrer KZV.

Auch Dampsoft beschreibt im Handbuch, dass bei fehlgeschlagenem Versand die eAU auszudrucken und der versicherten Person auszuhändigen ist. Ob und wann ein solches Ersatzverfahren in Ihrer Situation greift, leiten Sie bitte nicht aus der Technik ab. Ein roter Status sagt nur, dass die Übermittlung gescheitert ist. Er sagt nichts darüber aus, wie lange die Störung dauert, und nichts über die medizinischen Inhalte der Bescheinigung.

Kontrolle ohne Doppelsendungen

Der häufigste Folgefehler ist ein zweiter Versand derselben eAU auf Verdacht. Dafür gibt es mehrere Gründe, ihn zu vermeiden:

  • DS-WIN kann einen „Erneuten Sendeversuch bei Störungen“ automatisch ausführen, wenn er in den Voreinstellungen aktiviert ist: alle vier Stunden bei geöffnetem DS-WIN sowie beim Öffnen der e-health- oder eAU-Verwaltung. Ein zusätzlicher manueller Versand wäre dann doppelt.
  • Versucht man in DS-WIN, eine bereits gesendete eAU erneut zu senden, erscheint laut Handbuch eine Meldung. Der Vorgang wird dann über eine neue eAU gelöst, nicht über einen Zweitversand.
  • Eine noch nicht versendete eAU lässt sich laut KZBV im PVS korrigieren. In DS-WIN kann eine nicht versendete eAU auch verworfen werden, selbst wenn sie schon signiert ist.
  • Muss eine bereits übermittelte eAU korrigiert werden, ist laut KZBV zuerst eine Stornierungsmitteilung per KIM an die Krankenkasse zu senden. Erst danach wird die neue eAU erstellt. Auch die Stornierung wird in DS-WIN signiert und gesendet.

Nach der Behebung prüfen Sie so, ob der Versand wieder sauber funktioniert:

  1. Offene Vorgänge sichten Filtern Sie in der e-health-Verwaltung nach „zu signieren“ und „zu versenden“. Alle betroffenen eAU sind entweder versendet oder bewusst bearbeitet.
  2. Zustellbestätigung abwarten Die zuvor fehlgeschlagenen eAU zeigen den Status einer bestätigten Zustellung, nicht nur „versendet“.
  3. Keine Dubletten Für jede Arbeitsunfähigkeit gibt es genau einen übermittelten Vorgang. Ist doch eine eAU doppelt hinausgegangen, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit dem PVS-Hersteller.
  4. Nächste reguläre eAU Die nächste neu erstellte eAU läuft ohne Meldung durch Erstellung, Signatur und Versand und erhält eine Zustellbestätigung.
  5. Andere KIM-Vorgänge Auch EBZ-Anträge und normale KIM-Nachrichten gehen wieder hinaus. Fehlende Antworten auf EBZ-Anträge behandelt unser Beitrag EBZ-Rückmeldung fehlt.

Bitte nicht selbst durchführen

Keine PIN-Versuche am Heilberufsausweis, keine Änderungen an KIM-Konto, Konnektor oder Kartenterminal auf Verdacht, kein Neuinstallieren von KIM-Client-Modul oder Praxissoftware und kein wiederholtes Senden derselben eAU. Diese Eingriffe verändern das Fehlerbild und können zu gesperrten Karten oder doppelten Übermittlungen führen.

Wenn das Problem weiter besteht: Nennen Sie uns Produktversion, genaue Fehlermeldung, betroffene Arbeitsplätze und den Zeitpunkt des ersten Auftretens über unsere Seite zum Telematik-Support für Zahnarztpraxen. Bitte senden Sie keine Patientendaten oder Zugangsdaten über das Anfrageformular. Weitere Beiträge zu KIM finden Sie im Themenbereich KIM & EBZ.

Häufige Fragen

Ist ein eAU-Fehler immer ein KIM-Problem?

Nein. Die eAU wird im PVS erstellt, dann signiert und erst danach über KIM gesendet. Fehlt ein ICD-10-Code oder scheitert die Signatur, ist KIM gar nicht beteiligt. Ein KIM-Problem ist wahrscheinlich, wenn die eAU signiert ist, der Versand scheitert und auch andere KIM-Nachrichten nicht hinausgehen.

Wie unterscheide ich Signatur- und Versandfehler?

Am Status in der Praxissoftware. Steht die eAU noch auf zu signieren, liegt das Problem im Signaturweg mit Heilberufsausweis, Kartenterminal oder Komfortsignatur. Ist sie signiert und zeigt einen Versandfehler, etwa in DS-WIN ein rotes Papierflieger-Symbol, liegt es am Versand über KIM.

Darf ich dieselbe eAU nochmals versenden?

Prüfen Sie zuerst den Status. Kann das PVS den Versand automatisch wiederholen, entstünde mit einem manuellen Versand eine Doppelsendung. DS-WIN meldet sich laut Handbuch, wenn eine bereits gesendete eAU erneut gesendet werden soll. Eine schon übermittelte eAU wird laut KZBV über eine Stornierung und eine neue eAU korrigiert.

Quellen

Angaben ohne Gewähr. Wir stützen uns auf die genannten Herstellerquellen, zuletzt geprüft am . Software, Versionen und Abläufe ändern sich jedoch. Maßgeblich ist der aktuelle Stand des Herstellers. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Prüfung Ihres Systems; Eingriffe an Server, Datenbank und TI-Komponenten gehören in fachkundige Hände.