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Dampsoft KIM
funktioniert nicht

Dampsoft KIM funktioniert nicht, obwohl das Internet läuft? Dann scheitert der Versand meist an einer von drei Stellen: in DS-WIN selbst, im KIM-Client-Modul Ihres KIM-Anbieters oder in der Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Das Internet allein sagt darüber wenig aus. Hier lesen Sie, wie Ihr Praxisteam den Versandstatus gefahrlos abliest, nicht gesendete Nachrichten ohne Doppelversand dokumentiert und wann IT-Betreuung, Dampsoft oder Ihr KIM-Anbieter übernehmen.

Schema: KIM-Versand aus DS-WIN über das KIM-Client-Modul zur TI, Verbindung zum KIM-Fachdienst unterbrochen

An welcher Stelle scheitert der KIM-Versand?

KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist der sichere E-Mail-Dienst der TI. DS-WIN schickt eine KIM-Nachricht nicht direkt ins Internet. Der Weg führt über mehrere Stationen, die jeweils eigene Zuständige haben:

  • DS-WIN

    Hier entsteht die Nachricht: eine freie KIM-Mail unter „Kommunikation/E-Mail“ oder ein Vorgang aus der e-health-Verwaltung, etwa ein EBZ-Antrag (elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren Zahnärzte) oder eine eAU.

  • KIM-Client-Modul

    Diese Software stammt vom KIM-Anbieter und läuft laut Dampsoft nur auf einer Station, dem „KIM-Host“, meist Server oder Empfangs-PC. Bietet Dampsoft KIM an, ist das das RISE KIM-Client-Modul. Praxen mit einem anderen KIM-Anbieter nutzen dessen Client.

  • Konnektor und TI

    Der Konnektor verbindet die Praxis mit der TI. Das kann ein Hardware-Konnektor sein, ein TI-Gateway eines anderen Anbieters oder e-connect, laut Dampsoft der TI-Konnektor in der Cloud, betrieben im Rechenzentrum der RISE GmbH.

  • KIM-Fachdienst

    Der zentrale Dienst des KIM-Anbieters in der TI, der die Nachricht zustellt.

Für den Versand nennt Dampsoft im e-health-Handbuch zwei Voraussetzungen: Das KIM-Client-Modul muss aktiv sein, und eine SMC-B (Praxisausweis) muss gesteckt und freigeschaltet sein. Gesendet werden kann laut Handbuch von jeder Station. Empfangen wird dagegen nur an Stationen, an denen die Telematik eingerichtet ist.

Dieser Artikel behandelt den Versand. Kommen Nachrichten nicht an oder werden nicht abgerufen, ist das ein anderes Fehlerbild mit anderen Prüfschritten. Notieren Sie es getrennt und schildern Sie es dem Support als Empfangsproblem.

Ein Vorgang oder alle Nachrichten?

Bevor jemand etwas anfasst, lohnt die Frage nach dem Umfang. Sie trennt Einzelfälle von einer Störung der ganzen KIM-Strecke:

  • Nur EBZ-Anträge betroffen, freie KIM-Mails gehen raus

    Dann arbeitet die KIM-Strecke grundsätzlich. Die Ursache liegt eher beim einzelnen Antrag oder im EBZ-Ablauf. Prüfen Sie den Status in der e-health-Verwaltung und halten Sie den betroffenen Antrag fest, bevor Sie ihn erneut senden.

  • Alle KIM-Nachrichten betroffen

    Dann ist eine gemeinsame Komponente gestört: KIM-Client-Modul, Konnektor, TI-Anbindung oder der KIM-Fachdienst. Erfassen Sie KIM-Anbieter, die Station mit dem KIM-Client-Modul und den genauen Fehlertext. Die weitere Prüfung gehört in die Hand der IT-Betreuung.

  • Auch andere TI-Anwendungen gestört

    Lassen sich zum Beispiel Versichertenkarten (eGK) nicht einlesen oder E-Rezepte nicht signieren, liegt der Fehler eher bei Konnektor oder TI-Anbindung als bei KIM. Dann ist eine TI-Diagnose nötig. Grundlagen dazu finden Sie im Beitrag zur Telematikinfrastruktur in der Zahnarztpraxis.

  • Status unklar

    Ist nicht erkennbar, ob eine Nachricht gesendet wurde, prüfen Sie zuerst den bisherigen Vorgang. Ein vorschnell wiederholter Versand kann zu doppelten Nachrichten oder Anträgen führen.

DS-WIN, KIM-Anbindung und TI-Verbindung unterscheiden

Der Zeitpunkt des Fehlers und die Statusanzeigen in DS-WIN helfen bei der Zuordnung. Dampsoft dokumentiert dafür zwei Anzeigen, die das Team ohne Eingriff ablesen kann.

Vom Hersteller dokumentiert: Versandanzeige für KIM-Mails

Im E-Mail-Client von DS-WIN („Kommunikation/E-Mail“) zeigt laut Dampsoft-Handbuch e-health ein Briefumschlag-Symbol den Fortschritt im Hintergrund: grau = keine Vorgänge aktiv, gelb = mindestens ein Vorgang aktiv, rot = mindestens ein Vorgang fehlerhaft, grün = alle Vorgänge erfolgreich abgeschlossen. Ein Klick auf das Symbol zeigt weitere Informationen zum Versand.

Für EBZ-Anträge und eAU zeigt die e-health-Verwaltung („Kommunikation/e-health/e-health-Verwaltung“) den Status mit Symbolen. Das Handbuch unterscheidet unter anderem zwischen „erfolgreich versendet“, einem Fehler während des Versands und der bestätigten Zustellung an das KIM-Postfach der Kasse. DS-WIN fordert laut Dampsoft bei eAnträgen immer eine Zustellbestätigung an. „Versendet“ und „zugestellt“ sind also zwei verschiedene Stufen.

Grob lässt sich so einordnen:

  • Fehler schon beim Senden (Meldung in DS-WIN, rotes Symbol): Die Nachricht hat die Praxis wahrscheinlich nicht verlassen. Betroffen sein können KIM-Client-Modul, Kontoeinstellungen oder die TI-Verbindung.
  • Versendet, aber keine Zustellbestätigung: Die Nachricht ist aus DS-WIN heraus, die Bestätigung fehlt aber. Das ist kein Grund für einen sofortigen zweiten Versand.
  • Fehler nur an einem Arbeitsplatz, an anderen klappt der Versand: Dann eher den Arbeitsplatz betrachten, weniger KIM als Ganzes.

Ob eine zentrale Störung vorliegt, zeigt das TI-Lagebild der gematik. Dort sind Einschränkungen nach Anwendungen sortiert, darunter KIM. Steht dort nichts, ist eine lokale Ursache wahrscheinlicher. Bewiesen ist sie damit aber nicht. Mehr zum Dienst selbst lesen Sie in unserem Beitrag über KIM in der Zahnarztpraxis.

Sichere Fehleraufnahme für das Praxisteam

Die folgende Tabelle trennt, was das Team gefahrlos beobachten kann, von dem, was IT-Betreuung oder Hersteller übernehmen:

Beobachtung Mögliche Einordnung Sicherer nächster Schritt Zuständig
Briefumschlag-Symbol rotMindestens ein Versandvorgang fehlerhaftSymbol anklicken, Details abfotografieren, Nachricht nicht neu schreibenPraxisteam
Nur EBZ-Antrag mit Versandfehler, andere KIM-Mails gehenProblem im einzelnen Vorgang, nicht in der KIM-StreckeStatus in der e-health-Verwaltung notieren, Antrag nicht doppelt anlegenPraxisteam, dann Dampsoft
Alle KIM-Nachrichten scheiternKIM-Client-Modul, Konnektor, TI-Anbindung oder FachdienstTI-Lagebild der gematik ansehen, Fehlertext und KIM-Anbieter notierenIT-Betreuung / KIM-Anbieter
Auch eGK-Einlesen oder E-Rezept gestörtKonnektor oder TI-AnbindungBetroffene TI-Anwendungen auflisten, keine Einstellungen ändernIT-Betreuung / Konnektor-Anbieter
Versendet, keine ZustellbestätigungZustellung offen, Status unklarAbwarten und dokumentieren, nicht erneut sendenPraxisteam, dann Dampsoft
PIN-Abfrage oder Kartenmeldung zur SMC-BKarte nicht gesteckt oder nicht freigeschaltetPrüfen, ob die SMC-B steckt; keine PIN-Versuche auf VerdachtPraxisteam, dann IT-Betreuung

Bitte nicht selbst durchführen

Keine PIN-Versuche an SMC-B oder eHBA, denn wiederholte Fehleingaben können eine Karte sperren. Ändern Sie keine KIM-Konten, Passwörter, IP-Adressen oder Routen. Löschen Sie keine Konten und installieren Sie das KIM-Client-Modul nicht auf Verdacht neu. Starten Sie Server oder Konnektor nicht ungeplant neu. Diese Eingriffe stehen in den Dampsoft-Anleitungen für Systembetreuer und setzen Administratorrechte und Netzwerkkenntnisse voraus.

Welcher Anbieter prüft welche Komponente?

Nicht jede DS-WIN-Praxis hat denselben KIM- und TI-Anbieter. Klären Sie deshalb zuerst Ihre Konstellation, sonst landet die Anfrage beim falschen Support:

  • KIM-Adresse von Dampsoft (RISE)

    Dampsoft hat dafür eine eigene KIM-Fehleranleitung für Systemadministratoren veröffentlicht. Sie beginnt mit einer Testnachricht aus DS-WIN, prüft dann die im DS-WIN hinterlegte Adresse des KIM-Hosts, den KIM-Benutzernamen und die Route zu den Fachdiensten und endet mit einem Verbindungstest im RISE KIM-Client-Modul. Laut Dampsoft gilt sie ausschließlich für KIM-Adressen von Dampsoft.

  • KIM-Adresse eines anderen Anbieters

    Für KIM-Adressen anderer Anbieter verweist Dampsoft an den technischen Support des jeweiligen Anbieters. DS-WIN bietet laut Handbuch eine Schnittstelle zu jedem verfügbaren KIM-Client. Für die Einrichtung mit Fremdanbietern gibt es eine eigene Dampsoft-Anleitung.

  • TI-Anbindung über e-connect

    Für e-connect stellt Dampsoft auf der e-connect-Hilfeseite eine Selbstdiagnose und eine Fehlerbehebung für Praxismitarbeiter bereit. Kann die Störung damit nicht behoben werden, nennt Dampsoft zuerst den IT-Systembetreuer und danach den technischen Support.

  • Hardware-Konnektor oder TI-Gateway eines anderen Anbieters

    Hier verweist Dampsoft bei Fragen zur TI-Anbindung auf die Vorgaben und den technischen Support des jeweiligen Anbieters.

In der Systembetreuer-Anleitung nennt Dampsoft zwei Punkte, an die man nicht sofort denkt. Ein Mailschutz im Virenscanner kann KIM blockieren. Und das RISE KIM-Client-Modul darf nur auf einer Station installiert sein. Mit einem Pflicht-Update ab Mitte Juli 2025 hat Dampsoft es außerdem auf einen Windows-Dienst umgestellt. Ob und wie das bei Ihnen umgesetzt ist, prüft die IT-Betreuung.

Halten Sie für den Support diese Angaben bereit:

  • Genauer Wortlaut der Fehlermeldung, als Bildschirmfoto ohne sichtbare Patientendaten
  • DS-WIN-Version und, falls bekannt, Version des KIM-Client-Moduls
  • KIM-Anbieter (Dampsoft/RISE oder ein anderer Anbieter) und TI-Anbindung (e-connect, Hardware-Konnektor, anderes TI-Gateway)
  • Betroffene Nachrichtenart: freie KIM-Mail, EBZ-Antrag, eAU oder alle
  • Betroffene Arbeitsplätze und die Station, auf der das KIM-Client-Modul läuft
  • Datum und Uhrzeit des ersten Auftretens und vorausgegangene Änderungen, etwa Updates, Kartentausch oder Netzwerkumbau
  • Farbe des Briefumschlag-Symbols bzw. Status in der e-health-Verwaltung
  • Ob andere TI-Anwendungen funktionieren und ob das TI-Lagebild der gematik eine Störung zeigt

Senden Sie keine Patientendaten, Passwörter oder Zugangsdaten per E-Mail oder über Kontaktformulare.

Versandkontrolle ohne Doppelversand

Bei einem unklaren Versandstatus sollte die Nachricht nicht neu angelegt und noch einmal verschickt werden. Prüfen Sie erst, was mit dem ursprünglichen Vorgang passiert ist. Das hat drei Gründe:

  • Ein Versand kann erfolgreich gewesen sein, obwohl die Zustellbestätigung noch fehlt.
  • Für die eAU beschreibt Dampsoft einen „Erneuten Sendeversuch bei Störungen“. Ist er in den Voreinstellungen aktiviert, wiederholt DS-WIN den Versand automatisch: alle vier Stunden bei geöffnetem DS-WIN und beim Öffnen der e-health- bzw. eAU-Verwaltung. Ein manueller Zusatzversand wäre dann doppelt.
  • Versucht man, eine bereits gesendete eAU erneut zu senden, zeigt DS-WIN laut Handbuch eine Meldung. Der Vorgang ist dann über eine neue eAU zu lösen, nicht über einen Zweitversand.

Nach der Behebung bestätigt dieser Ablauf, dass der Versand wieder zuverlässig funktioniert:

  1. Testnachricht durch die IT Dampsoft sieht unter „Einstellungen/e-health/KIM“ eine Testnachricht an das eigene KIM-Konto vor. Bei Erfolg erscheint eine Bestätigung, sonst eine Fehlermeldung. So wird KIM geprüft, ohne Patientendaten zu verschicken.
  2. Briefumschlag-Symbol beobachten Nach dem nächsten regulären Versand sollte das Symbol grün werden und nicht rot bleiben.
  3. Offene Vorgänge abgleichen Gehen Sie in der e-health-Verwaltung die Vorgänge aus der Störungszeit durch: Was ist versendet, was zugestellt, was noch offen? Erst dann entscheiden Sie, ob ein Vorgang wirklich neu gesendet werden muss.
  4. Mehrere Arbeitsplätze prüfen Senden Sie von mehr als einer Station, denn laut Dampsoft ist der Versand von jeder Station möglich.
  5. Ergebnis dokumentieren Halten Sie fest, was die Ursache war, wer sie behoben hat und welche Vorgänge nachgesendet wurden.

Problem nicht behoben? Nennen Sie uns Produktversion, genaue Fehlermeldung, betroffene Arbeitsplätze und den Zeitpunkt des ersten Auftretens über unsere Seite zum Telematik-Support für Zahnarztpraxen. Bitte senden Sie keine Patientendaten oder Zugangsdaten über das Anfrageformular.

Häufige Fragen

Warum betrifft es nur EBZ-Anträge?

Gehen freie KIM-Mails weiterhin raus, funktioniert die KIM-Strecke grundsätzlich. Dann liegt die Ursache eher beim einzelnen Antrag oder im EBZ-Ablauf. Notieren Sie den Status in der e-health-Verwaltung und die Fehlermeldung und wenden Sie sich mit diesen Angaben an Dampsoft, statt den Antrag neu anzulegen.

Ist KIM automatisch zentral gestört?

Nein. Ob eine zentrale Störung vorliegt, zeigt das TI-Lagebild der gematik mit einem eigenen Bereich für KIM. Die Ursache kann ebenso lokal liegen, etwa beim KIM-Client-Modul, bei der SMC-B oder bei der Konnektor-Anbindung. Das muss die IT-Betreuung oder der zuständige Anbieter eingrenzen.

Soll ich dieselbe Nachricht nochmals versenden?

Erst wenn feststeht, dass der ursprüngliche Vorgang nicht versendet wurde. Prüfen Sie Briefumschlag-Symbol und e-health-Verwaltung. Bei der eAU kann DS-WIN Sendeversuche automatisch wiederholen, wenn das eingestellt ist. Ein zusätzlicher manueller Versand würde dann zu doppelten Nachrichten führen.

Quellen

Angaben ohne Gewähr. Wir stützen uns auf die genannten Herstellerquellen, zuletzt geprüft am . Software, Versionen und Abläufe ändern sich jedoch. Maßgeblich ist der aktuelle Stand des Herstellers. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Prüfung Ihres Systems; Eingriffe an Server, Datenbank und TI-Komponenten gehören in fachkundige Hände.