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TI-Verbindung
nicht möglich

Ist eine TI-Verbindung nicht möglich, obwohl das Internet funktioniert, liegt die Unterbrechung irgendwo zwischen Praxisnetz, TI-Zugang und den zentralen Diensten der Telematikinfrastruktur. Für die Eingrenzung zählen drei Fragen: Welche TI-Anwendungen sind betroffen? Meldet die gematik eine passende Störung? Nutzt Ihre Praxis einen Konnektor vor Ort oder ein TI-Gateway? Diese Punkte kann Ihr Team gefahrlos klären. Eingriffe an Konnektor, VPN-Zugang oder Firewall übernehmen IT-Dienstleister und Zugangsanbieter.

Schema: Praxis-PC und PVS erreichen über Konnektor oder TI-Gateway die zentralen TI-Dienste nicht

Welche Funktionen sind betroffen?

„Die TI geht nicht“ kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das geschlossene Datennetz des Gesundheitswesens. Über sie laufen laut Onboardingcheckliste der gematik unter anderem das E-Rezept, die elektronische Patientenakte (ePA), das Versichertenstammdaten-Management (VSDM, also der Online-Abgleich beim Einlesen der eGK), das Notfalldaten-Management, der elektronische Medikationsplan und der Kommunikationsdienst KIM. Welche dieser Anwendungen in Ihrer Praxis gerade nicht funktionieren, ist die wichtigste erste Beobachtung.

  • Mehrere TI-Anwendungen gleichzeitig gestört

    Fallen etwa E-Rezept, eGK-Abgleich und KIM zur selben Zeit aus, liegt die Ursache eher an einer gemeinsamen Stelle: am TI-Zugang der Praxis (Konnektor oder TI-Gateway samt VPN-Zugang) oder an einer zentralen Störung. Dann prüfen Sie den offiziellen TI-Status und informieren den Zugangsanbieter bzw. die IT-Betreuung.

  • Nur eine Anwendung gestört

    Funktionieren die übrigen TI-Anwendungen, ist der TI-Zugang grundsätzlich vorhanden. Dann ist eher diese eine Anwendung betroffen, etwa der KIM-Dienst, der ePA-Zugriff oder eine Signatur mit dem eHBA. Nutzen Sie in diesem Fall die Diagnose für genau diese Anwendung, zum Beispiel unseren Beitrag zu KIM in der Zahnarztpraxis oder zur ePA in der Zahnarztpraxis.

  • Auch das Internet ist gestört

    Laden an den Arbeitsplätzen auch gewöhnliche Webseiten nicht, beginnt die Fehlersuche beim Internetanschluss und nicht bei der TI. Für den TI-Zugang muss laut gematik grundsätzlich ein Internetanschluss vorhanden sein.

Halten Sie außerdem fest, ob alle Arbeitsplätze und alle Kartenterminals betroffen sind oder nur einzelne. Ein Problem an nur einem Behandlungszimmer spricht eher für dieses Gerät oder seine Netzwerkverbindung als für die TI insgesamt. Arbeitet die Praxissoftware selbst normal und nur die TI-Funktionen nicht, ist das ebenfalls ein wichtiger Hinweis für den Support.

Internet, Praxisnetz und TI trennen

Dass das Internet funktioniert, die TI aber nicht, ist kein Widerspruch. Die TI ist kein Teil des offenen Internets. Die Praxis erreicht sie über einen verschlüsselten Tunnel, ein VPN (virtuelles privates Netzwerk). Diesen Tunnel baut je nach Zugangsart ein Konnektor in der Praxis oder ein TI-Gateway-Anbieter in seinem Rechenzentrum auf. Der Internetanschluss ist dafür nur die Voraussetzung. Für die Eingrenzung hilft es, drei Ebenen zu unterscheiden:

  1. Internetanschluss Router und Leitung des Internetanbieters. Prüfbar an einem Arbeitsplatz: Öffnen sich gewöhnliche Webseiten?
  2. Praxisnetz Arbeitsplätze, Server, Kartenterminals und gegebenenfalls der Konnektor sind über das lokale Netzwerk verbunden. Prüfbar: Erreichen die Arbeitsplätze den Praxisserver und die Netzwerkdrucker wie gewohnt?
  3. TI-Zugang und TI-Dienste VPN-Zugangsdienst, Konnektor oder TI-Gateway und die zentralen Fachdienste der TI. Diese Ebene kann das Praxisteam nicht selbst prüfen, aber anhand der betroffenen Anwendungen und des offiziellen TI-Status einordnen.

Achten Sie besonders auf Änderungen in den Tagen vor dem Ausfall: ein neuer Router, ein umgestellter Internetanschluss, geänderte Firewall-Regeln oder Arbeiten am Praxisnetz. Die gematik weist im Fachportal zum TI-Zugang ausdrücklich darauf hin, dass eine unsachgemäß konfigurierte Firewall zu Verbindungsproblemen mit der TI führen kann. Dort stehen auch technische Hinweise zur Netzwerkkonfiguration, etwa für IPv6-Anschlüsse. Die Auswertung gehört in die Hände Ihrer IT-Betreuung. Ändern Sie Router- oder Firewall-Einstellungen nicht auf Verdacht.

Offizielle Störungsmeldungen einordnen

Die gematik veröffentlicht auf der Seite TI-Status ein TI-Lagebild. Es ist nach Bereichen gegliedert, darunter E-Rezept, ePA, KIM, VSDM und TI-Anschluss. Zusätzlich führt die Seite potenzielle Einschränkungen der letzten 12 Stunden und der letzten 14 Tage sowie Wartungen und sonstige Informationen auf. Wer Meldungen direkt erhalten möchte, kann laut gematik einen WhatsApp-Kanal des TI-Status abonnieren.

Dieser Artikel nennt bewusst keinen aktuellen Störungsstand, weil er sich jederzeit ändern kann. Rufen Sie den TI-Status selbst auf und gleichen Sie zwei Punkte ab:

  • Zeitpunkt: Passt der gemeldete Beginn zum ersten Auftreten in Ihrer Praxis?
  • Komponente: Betrifft die Meldung die Anwendungen, die bei Ihnen ausfallen, oder den TI-Anschluss allgemein?

Passen beide Punkte, ist eine zentrale Ursache wahrscheinlich. Bewiesen ist sie damit noch nicht. Umgekehrt gilt: Fehlt eine passende Meldung, heißt das nicht automatisch, dass der Fehler in Ihrer Praxis liegt. Die gematik spricht selbst von „potenziellen“ Einschränkungen. Fragen Sie deshalb in jedem Fall bei Ihrem VPN-Zugangsdienst bzw. TI-Gateway-Anbieter nach, ob dort eine Störung bekannt ist.

Angekündigte Änderungen im Oktober 2026

Im Rahmen der RSA-Abschaltung kündigt die gematik im Fachportal zwei weitere Stufen an (Stand 08.10.2026): Am 14.10.2026 werden die RSA-SMC-B-Zertifizierungsstellen auf „revoked“ gesetzt, Einschränkungen erwartet die gematik dabei derzeit nicht. Am 19.10.2026 folgt eine Anpassung, nach der laut gematik verschiedene RSA-basierte Zertifikate, etwa für den KIM- oder VSDM-Fachdienst, nicht mehr prüfbar sind. Treten Probleme rund um diese Termine auf, fragen Sie Ihren IT-Dienstleister, ob Konnektor, Karten und Dienste Ihrer Praxis bereits auf das ECC-Verfahren umgestellt sind.

Welche Art von TI-Zugang nutzt die Praxis?

Nicht jede Praxis hat einen Konnektor im Serverschrank. Die gematik beschreibt auf ihrer Seite zum TI-Zugang zwei Wege. Welcher bei Ihnen eingerichtet ist, entscheidet darüber, wer bei einer Störung zuständig ist und was „Konnektor keine Verbindung“ überhaupt bedeuten kann.

Zugangsart Was in der Praxis steht Betrieb laut gematik Erster Ansprechpartner
Konnektor vor OrtEin Gerät, das einem Router ähnelt, plus E-Health-Kartenterminals; dazu ein separat bezogener VPN-ZugangsdienstDer Konnektor wird in der Einrichtung aufgestellt und muss von ihr betrieben und gewartet werdenIT-Dienstleister bzw. Dienstleister vor Ort (DVO), VPN-Zugangsdienst
TI-GatewayKein Konnektor; je nach Anbieter ein Hardware- oder Software-Client für die VPN-Verbindung, dazu die KartenterminalsVPN-Verbindung ins Rechenzentrum eines zugelassenen Anbieters mit Highspeed-Konnektor; Betriebsverantwortung beim AnbieterTI-Gateway-Anbieter, für das lokale Netz die IT-Betreuung

Mit Konnektor vor Ort lohnt sich die Unterscheidung, an welcher Stelle die Verbindung fehlt. Bezieht sich die Meldung im Praxisverwaltungssystem darauf, dass der Konnektor selbst nicht erreichbar ist, liegt die Unterbrechung eher im Praxisnetz zwischen Arbeitsplatz und Konnektor. Ist der Konnektor erreichbar, kommt aber keine Verbindung in die TI zustande, betrifft es eher den VPN-Tunnel, den Internetweg oder zentrale Dienste. Notieren Sie dazu den genauen Wortlaut der Meldung. Ob der Konnektor Zertifikate mit Ablaufdatum trägt, ist ebenfalls zu klären: Laut gematik laufen die Zertifikate von Konnektoren und anderen Komponenten aus Sicherheitsgründen nach fünf Jahren ab. Version und Verwaltungsinformationen des Konnektors sind über dessen Administrationsoberfläche oder über den IT-Dienstleister abrufbar.

Mit TI-Gateway gibt es in der Praxis keinen eigenen Konnektor. Laut gematik nutzt die Praxis einen Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum des Anbieters mit, Updates und Wartung erfolgen dort zentral. Meldet die Software hier eine fehlende Konnektorverbindung, betrifft das die VPN-Verbindung zum Anbieter oder dessen Rechenzentrum. Erster Ansprechpartner ist dann der TI-Gateway-Anbieter. Bei manchen TI-Gateways liegt auch die Institutionsidentität nicht mehr als SMC-B-Karte im Kartenterminal, sondern als SM-B im Rechenzentrum des Anbieters.

Wissen Sie nicht, welche Zugangsart Ihre Praxis nutzt, finden Sie die Antwort meist in den Verträgen zum TI-Anschluss oder bei Ihrem IT-Dienstleister. Die gematik nennt Konfiguration und Adressen der TI-Komponenten sowie deren Laufzeiten als wichtige Angaben, etwa wenn die IT-Administration wechselt. Mehr Hintergrund bietet unser Grundlagenartikel Telematikinfrastruktur in der Zahnarztpraxis.

Sichere Beobachtungen und Anbieterdiagnose

Die folgende Übersicht trennt, was Ihr Team ohne Risiko feststellen kann, von dem, was Fachleute übernehmen:

Beobachtung Mögliche Einordnung Sicherer nächster Schritt Zuständig
Kein Internet an den ArbeitsplätzenInternetanschluss oder Router gestört; TI dadurch ebenfalls nicht erreichbarInternetstörung zuerst klären, TI danach erneut prüfenIT-Betreuung / Internetanbieter
Internet funktioniert, mehrere TI-Anwendungen gestört, passende Meldung im TI-StatusWahrscheinlich zentrale StörungZeitpunkt und Komponente festhalten, Meldung verfolgen, nichts an der Technik ändernPraxisteam beobachtet; Behebung zentral
Internet funktioniert, mehrere TI-Anwendungen gestört, keine passende MeldungTI-Zugang der Praxis (Konnektor, VPN, TI-Gateway) oder anbieterbezogene StörungZugangsanbieter und IT-Betreuung mit den Supportangaben informierenIT-Betreuung / DVO / Zugangsanbieter
Nur eine Anwendung gestört, übrige TI-Funktionen laufenProblem dieser Anwendung, ihrer Karte oder ihres DienstesDiagnose für diese Anwendung nutzen; Meldung im Wortlaut notierenJe nach Anwendung PVS-Hersteller, KIM-Anbieter oder IT
Nur ein Arbeitsplatz oder Kartenterminal betroffenLokales Geräte- oder NetzwerkproblemMit funktionierendem Arbeitsplatz vergleichen, Unterschiede notierenPraxisteam, dann IT-Betreuung
Probleme kurz nach Router-, Firewall- oder AnschlusswechselNetzwerkkonfiguration passt nicht mehr zum TI-Zugang (nicht bewiesen)Art und Zeitpunkt der Änderung dokumentieren, alten Router aufbewahrenIT-Betreuung

Bitte nicht selbst durchführen

Kein Zurücksetzen von Konnektor oder Router auf Werkseinstellungen. Die gematik nennt das Zurücksetzen eines Konnektors im Zusammenhang mit seiner dauerhaften Außerbetriebnahme samt Deregistrierung, nicht als Störungshilfe. Keine PIN-Eingaben zum Ausprobieren, denn falsche PINs können Karten sperren. Keine Änderungen an Firewall, Netzwerkkabeln des Konnektors oder der Kartenterminal-Konfiguration.

Erster Ansprechpartner ist laut gematik in der Regel Ihr IT-Dienstleister. Je nach Zugangsart kommen VPN-Zugangsdienst, TI-Gateway-Anbieter oder der Hersteller Ihres Praxisverwaltungssystems hinzu. Halten Sie für den Support diese Angaben bereit:

  • Genauer Wortlaut der Fehlermeldung, am besten als Foto vom Bildschirm ohne sichtbare Patientendaten
  • Welche TI-Anwendungen betroffen sind und welche noch funktionieren
  • Welche Arbeitsplätze und Kartenterminals betroffen sind
  • Datum und Uhrzeit des ersten Auftretens
  • Zugangsart: Konnektor vor Ort oder TI-Gateway, falls bekannt mit Anbieter
  • Ob der TI-Status der gematik zu diesem Zeitpunkt eine passende Meldung zeigte
  • Vorausgegangene Änderungen: Router, Internetanschluss, Firewall, Updates der Praxissoftware
  • Produktversion der Praxissoftware

Senden Sie keine Patientendaten, PINs, Passwörter oder Zugangsdaten per E-Mail oder über Kontaktformulare.

Wiederhergestellte Funktionen einzeln kontrollieren

Meldet der Anbieter die Störung als behoben oder verschwindet die Meldung im TI-Status, prüfen Sie jede zuvor betroffene Anwendung einzeln. Eine funktionierende Anwendung beweist nicht, dass alle anderen wieder laufen:

  1. Jede betroffene Anwendung im regulären Ablauf nutzen Zum Beispiel die nächste eGK im normalen Patientenkontakt einlesen, das nächste E-Rezept ausstellen und den KIM-Posteingang abrufen. Keine Tests mit erfundenen oder fremden Patientendaten.
  2. Alle Arbeitsplätze und Kartenterminals einbeziehen Kontrollieren Sie auch die Behandlungszimmer und Geräte, die während der Störung nicht genutzt wurden.
  3. Liegengebliebene Vorgänge prüfen Klären Sie, ob während der Störung Vorgänge offen geblieben sind, etwa nicht versendete KIM-Nachrichten, und ob sie nun durchlaufen.
  4. Nach dem nächsten Start erneut prüfen Kontrollieren Sie am nächsten Morgen, ob die Verbindung auch nach dem Hochfahren aller Geräte besteht.
  5. Ursache und Zeitraum dokumentieren Halten Sie fest, was der Anbieter als Ursache genannt hat und von wann bis wann die Störung bestand.

Problem nicht behoben? Nennen Sie uns Produktversion, genaue Fehlermeldung, betroffene Arbeitsplätze und den Zeitpunkt des ersten Auftretens. Unseren TI- und Telematik-Support für Zahnarztpraxen erreichen Sie über die Leistungsseite. Bei Problemen mit Praxisnetz und Arbeitsplätzen hilft unser IT-Support für Zahnarztpraxen. Bitte senden Sie keine Patientendaten oder Zugangsdaten über das Anfrageformular.

Häufige Fragen

Kann Internet funktionieren, obwohl die TI ausfällt?

Ja. Die TI ist ein geschlossenes Netz, das die Praxis über einen verschlüsselten VPN-Tunnel erreicht, entweder über einen Konnektor vor Ort oder über ein TI-Gateway. Der Internetanschluss ist dafür nur die Voraussetzung. Ist der Tunnel, der Zugang oder ein zentraler TI-Dienst gestört, können Webseiten normal laden, während TI-Anwendungen nicht funktionieren.

Soll ich den Konnektor neu starten?

Nicht auf Verdacht. Ein Neustart ändert das Fehlerbild und hilft nicht, wenn die Ursache zentral oder beim Zugangsanbieter liegt. Prüfen Sie zuerst den TI-Status der gematik und sprechen Sie dann mit Ihrem IT-Dienstleister. Folgen Sie dessen Anweisung oder dem Handbuch Ihres Konnektors. Ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen kommt nicht in Frage. Nutzt Ihre Praxis ein TI-Gateway, gibt es vor Ort keinen Konnektor zum Neustarten.

Was spricht für eine einzelne betroffene Anwendung?

Wenn nur eine TI-Anwendung Fehler meldet, etwa KIM oder die ePA, während andere wie das Einlesen der eGK oder das E-Rezept funktionieren. Dann ist der TI-Zugang grundsätzlich vorhanden. Prüfen Sie im TI-Status, ob für genau diese Anwendung eine Einschränkung gemeldet ist, und nutzen Sie die Diagnose für diese Anwendung.

Quellen

Angaben ohne Gewähr. Wir stützen uns auf die genannten Herstellerquellen, zuletzt geprüft am . Software, Versionen und Abläufe ändern sich jedoch. Maßgeblich ist der aktuelle Stand des Herstellers. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Prüfung Ihres Systems; Eingriffe an Server, Datenbank und TI-Komponenten gehören in fachkundige Hände.